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Lord of War – Händler des Todes

Ich habe mir gestern den Film „Lord of War – Händler des Todes“ angeschaut. Die Handlung kurz umrissen: Im Film geht es um den Waffenhändler Yuri Orlov. Der Film beobachtet diesen, bei seinen Geschäften, wie und mit wem er sie abwickelt. Ständig ist ihm der Interpol-Agent Jack Valentine auf den Fersen. Zweimal wird Yuri gestellt, doch entkommt er jedesmal mit List und der Ausnutzung von Gesetzeslücken. Schlussendlich wird er jedoch geschnappt, kommt aber gleich darauf wieder frei, da er durch seinen Waffenhandel mit Regierungsvertretern der USA in Kontakt steht.
Der Film vermittelt einen guten Eindruck wie Waffenschieber am Rande der Legalität ihre Geschäfte abschließen und -fast noch wichtiger- wie sie zu ihren Geschäften kommen. Das Interessanteste an diesem Film ist jedoch der reale politische Hintergrund. Alle im Film dargestellten Lieferungen in Kriesen- und Kriegsgebiete in der Realität statt. Einmal verkauft Yuri Orlov einen Restposten der US-Armee, da diese die Waffen nicht mehr benötigt, da es für die Armee billiger kommt, neue Waffen zu bestellen, als die Alten wieder in die USA zu schiffen. Aber auch die Methoden des Waffenschmuggels, wie z.B. Kampfhubschrauber als Rettungshubschrauber zu tarnen, entstammen der Realität. Ebenso gibt es einige signifikante Anspielungen im Film auf real existierende Personen. Wer hierzu was wissen will, kann es im Wikipedia-Artikel unter „Hintergrund“ nachlesen.
Die einzigste Aussage, die definitiv falsch ist, ist ein Schriftzug der im Abspann eingeblendet wird. Darin heißt es dass die fünf größten Waffenexporteure der Welt – die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China – auch die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat sind. Dies ist falsch. In Wahrheit sind die fünf größten Waffenexporteure die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und…Deutschland.

Über dem ganzen Film schwebt ein Satz, den Yuri Orlov zu Beginn gesagt hat:

„Es gibt über 500 Millionen Schusswaffen auf der Welt. Das bedeutet, dass jeder zwölfte Mensch auf dieser Welt eine besitzt. Die Frage ist nur: Wie bewaffnet man die anderen elf?“

Dieser Provokante Satz wird durch eine ebenso provokante Äußerung am Schluss ergänzt:

„Wissen sie, wer die Erde übernehmen wird? Waffenhändler.Denn alle anderen sind viel zu beschäftigt damit, sich zu erschießen. Das ist das Geheimnis des Überlebens. Ziehe niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst.“

Diese beiden Äußerungen, so provokant sie auch sein mögen, umreißen die Stimmung und Aussage des Filmes sehr gut. In meinen Augen bilden sie auch einen großen Teil der Realität ab. Die Welt ist zu sehr von Profitgier gebeutelt, als das jemals Frieden eintreten wird. Und werden wir uns eines Tages nicht mehr mit Waffen bekämpfen, dass wird es eben um die sozialen Zustände gehen.

Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Film, der einen tiefen Einblick in die Realität des Waffenschmuggels liefert.

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